Nicht jedes Piercing heilt gleich schnell. Während ein Septum dank der gut durchbluteten Schleimhaut oft zügig verheilt, braucht ein Ohrknorpel deutlich länger. Der Grund: Schleimhaut ist stärker durchblutet und bekommt mehr Sauerstoff – und Sauerstoff ist entscheidend für die Wundheilung.
Wie der Körper reagiert
Ein frisches Piercing ist für den Körper zunächst ein Fremdkörper. Die natürliche Reaktion sind Rötung, Schwellung, Schmerzen oder kleine Blutungen. Damit dein Körper lernt, dass das Piercing bleiben darf und ungefährlich ist, sind zwei Dinge besonders wichtig:
Piercings im Mundbereich
Im Mund heilt es innen meist schneller als außen. Um die Heilung zu unterstützen:
viel Wasser trinken
mindestens zwei Wochen (besser länger) auf Milchprodukte, Bier und Wein verzichten
möglichst nicht rauchen
nach jedem Essen und Trinken (außer Wasser) den Mund mit frischem Wasser ausspülen und das Piercing auf beiden Seiten einsprühen
Kruste
Eine leichte Blutkruste ist normal und schützt die Wunde. Bleibt sie jedoch zu lange, kann sie den Stichkanal wieder verletzen. Entferne die Kruste deshalb etwa alle drei Tage – am besten unter der Dusche oder danach mit sauberem Küchenpapier. Anschließend trocknen lassen und mit Piercing-Spray behandeln.
Wildfleisch
Manchmal bildet sich eine kleine Wucherung am Stichkanal – entweder hautfarben oder wie eine Blutblase. Ursache sind meist Schmutz oder zu viel Bewegung des Schmucks. Mit Geduld und richtiger Pflege verschwindet das Wildfleisch in etwa zwei Wochen. Möglichkeiten:
2x täglich mit Salicylsäure spülen
Jod (z. B. Beta Isodona, nicht bei Jod-Allergie) auftragen
2x täglich dünn Hämorrhoidensalbe auftragen
Pull-Discs verwenden (bei uns erhältlich)
Nostril mit Biegering
Biegeringe sehen zart aus und sind sehr langlebig. Achte aber darauf, dass die kleine Öffnung nicht in der Haut verschwindet, da sich das Gewebe sonst verengt oder zuwächst. Kontrolliere regelmäßig im Spiegel und drehe den Ring – immer mit frisch gewaschenen Händen – so, dass die Öffnung sichtbar bleibt.
Intimpiercings
Durch die gute Durchblutung heilen Intimpiercings oft schnell, trotzdem ist hier besondere Hygiene wichtig:
in den ersten zwei Wochen kein Sex
danach mindestens einen Monat lang nur mit Kondom
täglich gründlich waschen und nach jedem Toilettengang mit Pegacare behandeln
einen Monat lang nicht schwimmen oder baden, keine Sauna oder Solarium
enge Kleidung, Fahrradfahren oder alles, was Schmerzen verursacht, vermeiden – solange es wehtut, ist es noch nicht verheilt